Erste Schritte aus dem Krisenmodus – Bayern lässt es langsamer angehen

Am vergangenen Mittwoch haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, die Beschränkungen der letzten Woche im Bereich des Einzelhandels nach und nach zu lockern. Schrittweise sollen demnach auch über die bislang von den Schließungen ausgenommenen Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Tankstellen hinaus andere Läden wieder öffnen dürfen, zumindest bis zu einer Größe von 800 Quadratmeter.

Buchläden, Autohäuser sowie Fahrradgeschäfte dürfen ab dieser Woche unabhängig von Größe ihrer Verkaufsfläche die Tore wieder öffnen. Voraussetzung hier, wie in allen anderen Geschäften ist die Einhaltung bestimmter Abstands- und Hygieneregeln.

800-Quadratmeter-Regel willkürlich?

Während sich manche Vertreter des Handels über die Teilöffnungen und die damit verbundenen kleinen Schritte hin zur „Einkaufsnormalität“ freuen, ist so mancher Retail-Experte alles andere als begeistert über die Entscheidung von Bund und Ländern. Speziell die Festlegung von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche als Kriterium für eine Widereröffnung ist dabei nur schwer nachzuvollziehen: „Betriebsgrößen oder Verkaufsflächen sind nicht die richtigen Maßstäbe“, wird Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, zitiert. Genth verwendet in diesem Zusammenhang sogar den Begriff „Wettbewerbsverzerrung“. Die geforderten Abstand- und Hygieneregeln könnten sowohl in kleinen als auch in großen Geschäften gleichermaßen eingehalten werden. „Der HDE appelliert daher an die Politik, die Beschlüsse zu überdenken und anzupassen. Viele Handelsunternehmen stehen schon jetzt kurz vor der Pleite“, so Genth weiter.

Auch für den Präsidenten des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, ist die Größe als Öffnungskriterium „nicht ganz nachvollziehbar“. Kempf hätte sich zudem eine „deutlich verbindlichere“ Vorgabe zum Thema Mundschutz gewünscht. Diesbezüglich erklärten Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, man habe sich darauf geeinigt, die Verwendung eines Mund- und Nasenschutzes zwar dringend anzuraten (speziell in Geschäften und im Öffentlichen Nahverkehr. Von einer sogenannten „Maskenpflicht“ will man ab bis auf weiteres absehen.

Zur Kritik an der von manchen als willkürlich festgelegten 800 Quadratmeter-Regel hieß es von Seiten der Bundesregierung: würden am Montag alle Geschäfte wieder öffnen, könnte es wieder zu viel Gedränge im Nahverkehr und in den Fußgängerzonen geben. Kanzleramtsminister Helge Braun erklärte im ARD-Morgenmagazin: „Deshalb müssen die großen Geschäfte, die häufig die Publikumsmagneten sind, noch eine Weile geschlossen bleiben.“

Markus Söder will es in Bayern etwas langsamer angehen lassen

Auch wenn Bund und Länder sich im Großen und Ganzen einig über die schrittweise Lockerung der Maßnahmen sind, so weicht die zeitliche Umsetzung im Detail in einigen Bundesländern etwas ab. So will Bayern mit der Öffnung von Geschäften erst in einer Woche, am 27. April 2020, beginnen. Söder begründet diesen Schritt unter anderem mit einer vergleichsweise hohen Zahl an Infektionen im Freistaat. Laut Söder dürften sich maximal 40 Personen gleichzeitig in einem Geschäft (bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche) aufhalten. Darüber hinaus müssten Konzepte für Hygiene, Einlass, sowie Parkplatzregelungen vorliegen. Kaufhäuser und Shoppingmalls bleiben dagegen weiterhin geschlossen. Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien dürften jedoch bereits ab dem heutigen  Montag (20. April 2020) öffnen.

Ausnahmen von der Regel möglich?

Gut möglich, dass es bei der Umsetzung der Lockerungsmaßnahmen noch den ein oder anderen Diskussionsbedarf geben wird. Unterschiedliche Öffnungstermine, bevorzugte Branchen, sowie die von vielen Experten als willkürlich bewertete 800-Quadratmeter-Regel bergen letztlich jede Menge Ansätze zu Kritik. Die ersten größeren Geschäfte haben schon jetzt angekündigt, die Größenregel mit einer zeitlich begrenzten Verkleinerung der Verkaufsfläche zu Umgehen. Man darf gespannt sein, wie sich die ersten Schritte raus aus dem Krisenmodus für den Einzelhandel gestalten werden. Eines steht aber schon jetzt zweifelsohne fest: auch das Einkaufen wird sich für absehbare Zeit deutlich verändern.

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